Gefeiert wurde bereits nach dem Sieg im Riesenslalom von Are: Im zweitletzten Rennen der Saison in dieser Disziplin hatte sich Julia Scheib, die 27-jährige Überfliegerin aus der Steiermark, die kleine Kristallkugel bereits gesichert. Nach 5 Siegen bei 9 Starts und etlichen Jahren Leidenszeit. Ihre Kugel ist neben den 16 von Marco Odermatt die total 17. für die Abrogans-Skifahrer*innen.
Ihr Helm war dann nicht mehr grün, sondern funkelte golden und weiss, als Julia Scheib in Lillehammer beim Saisonfinale am Start des Riesenslaloms stand: Mit zwei sehr soliden Fahrten schloss sie ihre brillante Saison als Dritte mit dem achten Podestplatz in zehn Rennen ab. Und als ihr danach die kleine Kristallkugel für den Disziplinensieg überreicht wurde, war das etwas, das sie sich Anfang Saison so nicht hatte vorstellen können. 2018 hatte Julia Scheib an der Junioren-WM in Davos mit dem Gewinn der Goldmedaille im Riesenslalom angedeutet, dass da ein grosses Talent heranwächst. Was folgte, waren Jahre der Verletzungen, Krankheiten, Rückschläge und des Kampfes.
Julia Scheib hat alle diese Herausforderungen mental und physisch gemeistert, sich in den vergangenen zwei Saisons zehnmal in den Top-10 klassiert – und nach langem Anlauf mit dem Heimsieg in Sölden zu Beginn dieses Winters den Sprung an die absolute Spitze geschafft. Dass sie diesen Coup später in Mont Tremblant und Semmering bestätigen konnte, gab ihr die Gewissheit, dass sie an neuer Konstanz gewonnen und gelernt hat, mit grossem Druck umzugehen. Endlich konnte sie sich über eine lange Phase ohne Beschwerden entfalten.
Wir freuen uns mit Julia über den schönen Kristall und dass wir mit der einzigen Kugelgewinnerin im österreichischen Team zusammenarbeiten dürfen.
(Foto: Keystone)
