Bis auf die Kristallkugelgewinnerin Julia Scheib (AUT) haben alle Abrogans-Skifahrerinnen ihre Saison 2025/26 beendet und neben Höhenflügen auch viel Herausforderndes erlebt. Stefanie Grob und Janine Schmitt haben für die grossen Lichtblicke gesorgt.
Stefanie Grob (22), die Aufsteigerin
Keine Schweizerin und auch kein Schweizer war auf Nachwuchsstufe so erfolgreich wie Stefanie Grob aus Weissbad AI: Zweimal war sie Junioren-Weltmeisterin und gewann weitere sechs WM-Medaillen – unerreicht. Mit einem Weltcup-Fixstartplatz im Riesenslalom 2024/25 und einem im Super-G 2025/26 erkämpfte sich die Vielseitige schon früh die Chance, auf höchster Ebene Fuss zu fassen. Den Durchbruch scheint Stefanie jetzt geschafft zu haben: War die Appenzellerin im Dezember mit zwei 31. Plätzen in St. Moritz und Tarvisio so nahe an den Weltcuppunkten dran, gewann sie ihre ersten ab Februar – unter erschwerten Bedingungen. Weil ihre Koffer nicht in Andorra angekommen waren, fuhr Stefanie in den Super-Gs von Soldeu in geliehener Ausrüstung auf die Ränge 26 und 23, was bei ihr eine umso grössere Freude auslöste. Im März liess sie im Val di Fassa ihre ersten Punkte in der Abfahrt folgen (23./18.) und schaffte danach im Super-G als Zehnte einen kleinen Coup. Mit gesteigertem Selbstvertrauen fuhr die 22-Jährige danach im Riesenslalom von Are mutig – und wurde mit Rang 17 belohnt. Seit Neujahr war es für die Unermüdliche ein Steigerungslauf und ein Mammutprogramm, denn parallel hielt sie sich im Europacup stets an der Spitze. Mit dem 2. Rang in der Gesamtwertung und als Siegerin in der Abfahrtswertung hat sich Stefanie den Weltcup-Fixstartplatz für nächsten Saison im Speed gesichert.

Janine Schmitt (25), die Überraschende
Und dann war die Überraschung Anfang Januar plötzlich da: Janine brillierte in Zauchensee mit Rang 5 in der Abfahrt. Das hiess in diesem speziellen Winter: die direkte Olympiaqualifikation und eine riesige Freude. Die 25-Jährige aus Wangs SG erreichte damit eine Stufe, die sie nach etlichen Rängen jenseits der Top-20 so nicht erwartet hatte. An den Spielen in Cortina d’Ampezzo ging es ihr aber nicht ums reine Geniessen, Platz 17 in der Abfahrt war schliesslich der Lohn. Mit Rang 24 in der Abfahrtswertung gelang ihr auch die Qualifikation für das Finale in Norwegen, und mit 89 Punkten in der Weltcup-Gesamtwertung wird sie wohl vom B- ins A-Kader von Swiss-Ski aufsteigen.

Aline Höpli (25), die Pendelnde
Der erste Monat der Wettkampfphase 2025/26 war nach einem Sommer mit vielen Knieproblemen schwierig. Mit nur 15 Trainingstagen auf Schnee und einer Knieschiene wechselte Aline nach einigen Weltcuprennen zurück in den Europacup – und glänzte: In Ahrntal feierte sie ihren ersten Sieg auf dieser Stufe und gewann viel Selbstvertrauen. Zurück im Weltcup vermochte sich die St. Galler Technikerin mit diesem Schwung zweimal in den Top-20 zu platzieren. Als Siebte der Slalom-Wertung im Europacup wird sie auch kommende Saison zwischen den beiden Welten pendeln.

Jasmin Mathis (22), die Lernende
Die junge Speedfahrerin aus dem Kanton Nidwalden ist über FIS- und Europacup-Rennen in die Saison eingestiegen, um dann im Februar in Soldeu in Andorra erstmals Weltcupluft schnuppern zu dürfen. Und wie sie das gemacht hat: Die Junioren-Weltmeisterin im Super-G von 2025 klassierte sich in der Abfahrt als 23. gleich in den Punkterängen und kam danach auch im Val di Fassa nochmals im Weltcup zum Einsatz. Die Saison hat sie im Europacup in Saalbach abgeschlossen, als 20. in der Gesamtwertung und 9. in der Abfahrt bleibt bei ihrem Talent noch viel Zeit und Luft nach oben.
(Fotos: Keystone, Swiss-Ski, zVg)
