Es war eine blitzsaubere Fahrt, die ihn im Ziel strahlen liess und die ihn im Ski-Weltcup unter die besten Drei aller Zeiten bringt: Der Erfolg in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen war Marco Odermatts 54. Weltcupsieg, damit hievte er sich auf eine Stufe mit dem einstigen österreichischen Dominatoren Hermann Maier auf Rang 3. Vor dem erst 28-jährigen Nidwaldner liegen damit nur noch Ingemar Stenmark (86 Siege) und Marcel Hirscher (67). Mit dem Garmisch-Triumph baute Marco Odermatt seine Führung im Gesamtweltcup auf 687 Punkte bei neun verbleibenden Rennen aus.
Der fünfte Gewinn der grossen Kristallkugel in Folge ist ihm nicht mehr zu nehmen, weil keiner seiner Konkurrenten in allen Disziplinen antritt. Und weil er auch die Wertungen seiner drei Disziplinen anführt, könnte das im vorteilhaftesten Fall zu einem neuen Bestwert führen: Keiner vor ihm gewann in drei Saisons hintereinander vier Kristallkugeln.
Neben Marco Odermatt glänzten auch die jungen Abrogans-Skifahrerinnen Stefanie Grob und Jasmin Mathis. Die beiden 21-Jährigen demonstrierten in Soldeu (Andorra), dass in den kommenden Jahren mit ihnen zu rechnen ist. Jasmin Mathis gewann gleich bei ihrer Weltcup-Premiere ihre ersten Punkte: Sie wurde in der Abfahrt 23.
Stefanie Grob, die mit einem Fixplatz im Super-G in den Winter gestartet war, fuhr unter besonderen Umständen zu ihren ersten Weltcup-Punkten: Weil sie von Europacuprennen in Norwegen gekommen war und ihr Gepäck den Weg nicht nach Soldeu gefunden hatte, startete sie in lauter geliehenen Utensilien. Umso schöner, dass sie sich davon nicht ablenken liess, auf Platz 26 fuhr und am Tag darauf diese Leistung sogar noch übertraf: Mit viel Selbstvertrauen vermied Stefanie Grob gröbere Fehler und wurde 23.
Janine Schmitt hingegen stürzte in der Abfahrt, verzichtete vorsichtshalber auf den ersten Super-G und startete im zweiten zu einer Art Testfahrt, um für den Rest des Weltcupwinters wieder gewappnet zu sein.
(Foto Odermatt: Karl-Josef Hildenbrand/Keystone
Foto Grob: Gabriele Facciotto/Keystone)
