Sie ist 29 Jahre alt, und irgendwie kann man fast nicht glauben, dass es den Stabhochsprung der Frauen in der Schweiz vor ihr schon gegeben hat. Mit 4,70 m im böigen Wind des Letzigrundstadions demonstrierte Angelica Moser an den Schweizer Meisterschaften in Zürich mit ihrem 10. Outdoor-Titel – neben ebenfalls 10 in der Halle – ihre Dominanz. Dass es die Disziplin aber vor ihr doch schon gab, daran erinnerte Nicole Büchler am Rande des Geschehens. Sie ist ihre Vorgängerin als nationale Rekordhalterin.
Von den Abrogans-Leichtathlet*innen glänzte aber nicht nur Moser, sondern auch die jüngeren Lucia Acklin und Timea Rankl. Acklin, der 19-jährigen Siebenkämpferin, gelangen zwei herausragende Wettkampftage mit zwei Bestleistungen. Im Weitsprung landete sie bei 6,18 m, was zu Bronze bei den Spezialistinnen reichte. Aber nicht nur diese Weite überzeugte, sondern ihre Serie: 5 der 6 Sprünge waren über 6 Meter. Und über 100 m Hürden schaffte die Athletin des LV Fricktal mit einer Bestzeit von 13,37 sec den Einzug in den Final, wo sie Sechste wurde. Rankl, die 17-jährige Sprinterin aus dem Appenzell, schaffte mit 11,70 sec die Halbfinalqualifikation über 100 m und war dort – als Jüngste – noch einmal genauso schnell.
Zehnkämpfer Andrin Huber hatte den Stabhochsprung, den Hürdensprint und Diskuswurf für sich gewählt und glänzte nach einem mässigen Stab-Wettkampf (4,75 m) dafür über 110 m Hürden. In 14,13 sec im Halbfinal verpasste er seine Bestzeit um nur eine Hundertstelsekunde, qualifizierte sich aber für den Final (14,18 sec). Sein Freund Cédric Deillon vom TV Teufen hatte einmal mehr Pech: Nach dem Start zum 400-m-Rennen liess er schon bald austrudeln – Verletzung an der hinteren Oberschenkelmuskulatur.
Wegen einer solchen schonten sich an diesem Wochenende die beiden Weitspringer Simon Ehammer (26) und Noah Hasler (18). Sie waren als Nummer 1 und 2 des Landes gemeldet – hinsichtlich der EM (Ehammer) und U-20-WM (Hasler) verzichteten aber beide. Auch Timea Rankl reist an die U-20-WM (als Staffelmitglied), Ehammer und Huber bereiten sich nun für die EM in Birmingham vor, Angelica Moser sogar auf die Titelverteidigung.