Nach seiner historischen Hallensaison setzte Simon Ehammer auch beim traditionsreichen Hypomeeting in Götzis ein Ausrufezeichen. Bereits am ersten Wettkampftag legte der 26-Jährige die Basis für seinen Triumph. Über 100 Meter startete er mit starken 10,41 Sekunden, ehe ihm im Weitsprung ein Sprung für die Geschichtsbücher gelang. Mit 8,51 Metern verbesserte Ehammer seinen eigenen Schweizer Rekord um sechs Zentimeter und stellte gleichzeitig einen neuen Weltrekord im Rahmen eines Zehnkampfs auf. Die 1194 Punkte waren gleichzeitig die höchste je vergebene Punktzahl in einer Zehnkampf-Disziplin. Zudem bedeutete die Weite Jahresweltbestleistung und machte ihn erst zum sechsten Europäer überhaupt, der die Marke von 8,50 Metern übertraf.
Doch Ehammer überzeugte nicht nur in seiner Paradedisziplin. Auch im Kugelstossen mit 15,15 Metern, im Hochsprung mit 2,03 Metern und über 400 Meter mit starken 47,33 Sekunden sammelte er wertvolle Punkte. Nach dem ersten Wettkampftag führte er das hochklassige Feld mit einem nie zuvor erreichten Halbzeitwert von 4762 Punkten an.
Am Sonntag hielt Ehammer dem Druck der Konkurrenz stand. Besonders über die 110 Meter Hürden glänzte er mit 13,48 Sekunden, ehe er in den technisch anspruchsvollen Disziplinen Diskus, Stabhochsprung und Speerwurf seine Führung verteidigte. Vor dem abschliessenden 1500-Meter-Lauf lag alles in seinen Händen – und der Schweizer brachte den Sieg souverän ins Ziel. Mit 8778 Punkten verbesserte er seinen bisherigen Landesrekord um mehr als 200 Punkte und gewann erstmals das legendäre Meeting in Götzis.
Historisch ist dieser Erfolg gleich in mehrfacher Hinsicht. Götzis gilt seit Jahrzehnten als das Mekka des Mehrkampfs und als einer der prestigeträchtigsten Wettkämpfe der internationalen Leichtathletik. Mit seinem Sieg reiht sich Ehammer in eine illustre Liste von Olympiasiegern, Weltmeistern und Mehrkampf-Legenden ein. Gleichzeitig setzt er mit seinem Schweizer Rekord und dem Weitsprung-Weltrekord im Zehnkampf neue Massstäbe für die Schweizer Leichtathletik und bestätigt eindrücklich seine Zugehörigkeit zur absoluten Weltspitze.